Männer, achtet auf eure psychische Gesundheit

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Körpersignale bei Stress

 

31.10.2022, Wien. Ich starte soeben mein Auto, um zum nächsten Klienten zu fahren. Dabei schaue ich aufs Armaturenbrett und sehe, wie ein orangenes Lamperl aufleuchtet, das 55000 km Service zu machen.

Irgendwie hat sich das zeitlich gut ergeben, denn nächste Woche hab ich sowieso einen Termin zum Reifenwechseln und nach einem kurzen Anruf in der Werkstätte hab ich nun auch einen Servicetermin dazu bekommen.

Meine schnelle Reaktion auf solche Hinweise im Auto sind für mich selbstverständlich, denn meinen Fiat brauche ich täglich zum Arbeiten. Du denkst jetzt, dass das ja eh normal ist. Ist es auch!

Dieses Beispiel kann man leicht auch auf den Körper umlegen. Wie?

Der Körper schickt, wenn es ihm zu viel und zu anstrengend wird (zB durch Stress, Herausforderungen und Änderungen im Leben usw.) Signale (= rotes oder orangenes Lamperl).

Von roten und orangenen Warnlichtern des Körpers

Diese Signale können vielfältig sein: Kopfschmerzen, Verspannungen, Migräne, Rückenschmerzen, Bandscheibenvorfälle, Schlafstörungen sind nur einige davon.

Und was machen dann – leider vorzugsweise viel zu viele Männer: sie ignorieren die Hinweise des Körpers und machen so weiter wie bisher.

🫢 „Das ist ja eh nicht so schlimm“

🫢 „Jetzt gerade hab ich keine Zeit dafür“

🫢 „Nächste Woche geh ich ganz sicher zum Arzt“ 

🫢 „Ich nehme mir nächste Woche ganz sicher eine Auszeit, damit ich etwas gegen meinen Stress mache“ 

🫢 „Ab sofort schau ich mehr auf mich“

Das sind nur ein paar Auszüge von Ausreden, die Männer (und ich sag es wieder: leider viel öfter Männer als Frauen) machen, um nicht auf Hinweise, Schmerzen, Verspannungen, Schlaflosigkeit usw. zu reagieren. Denn sie machen dann nichts dagegen. Frauen sind dann scheinbar doch die Klügeren!

Und wie reagieren die Männer? Sie machen oft weiter wie bisher.

Männer, vergesst nicht, dass es ein tolles Warnsignal des Körpers gibt, wenn man sich selbst und seine Psyche zu lange überfordert: Schmerzen oder sonstige oben erwähnte Hinweise. Man braucht sie nur mehr ernst nehmen!

Und noch was, Männer: würdet ihr im Auto über das Lamperl am Armaturenbrett, das rot oder orange aufleuchtet, etwas drüber kleben, damit ihr es nicht mehr seht? Ist das eure Herangehensweise? Ist das eure Lösungskompetenz?

Hoffentlich nicht! Und das leuchtet wahrscheinlich auch allen ein.

Schmerzen und Symptome des Körpers sind ein Hinweis, dass etwas nicht gut läuft! Hört drauf!!

Meine Frage: wieso macht ihr es dann bei eurem eigenen Körper? Weil ihr mehrere Körper zur Verfügung habt? Weil eh alles nicht schlimm ist? Weil einem selbst ja eh nix passiert, es passiert ja eh immer nur den anderen?

Viele Männer ignorieren die Symptome ihres Körpers, bis es zu spät ist. Dabei könnten sie oft viel früher erkennen, wenn etwas nicht stimmt, und sich dann behandeln lassen oder selbst etwas dagegen zu machen. 

Warnhinweise des Körpers sollten also ernst genommen werden und möglichst frühzeitig abgeklärt werden. Denn je früher eine Krankheit erkannt wird, desto besser kann sie behandelt werden. Und vieles entsteht heute durch den ungeheuren Stress, dem man standhalten muss.

Oftmals genügen schon Änderungen im Lebensstil oder der Denkweisen. Denn die eigenen Denkweisen sind es auch, die einen unter Stress setzen.

Zu welcher Spezies Mann gehörst du? Zu den Ignorierern oder den Klugen?

Vielleicht merkst du es schon, ich will dich provozieren, damit du mehr auf dich und deine Gesundheit achtest!

Zu mir kommen gar nicht wenige Männer, die ihr bisheriges Leben lang immer stark waren – zumindest nach außen. Und dann kam der Zusammenbruch, weil sie viiiiel zu spät reagiert haben. Das Burnout lässt grüßen und schlägt in vollster Stärke zu.

Einen Satz, den quasi JEDE:R bei mir im Coaching macht und grad aus dem Burnout mühsam raus kommt, lautet: ich hätte nie gedacht, dass es mich und auch noch so schnell trifft.

Lass es nicht so weit kommen. Denn du hast nur 1 Körper! Und wenn du den zu lange und zu intensiv nervst, dann zeigt er dir, wer der Stärkere ist. Und da gibts immer nur denselben Gewinner!

Diese drei Fragen helfen dir deinen Stress zu erkennen

Ich habe mich in meinen Coachings und Workshops auf die psychische Gesundheit meiner Klient:innen auf Grund von Stress spezialisiert.

Nachstehend gebe ich dir drei Fragen mit, die du am besten schriftlich für dich selbst beantwortest (schriftlich deswegen, weil sich dein Hirn dann leichter tut, wenn es auch andere Sinnesorgane – die Augen – dazu nehmen kann).

1.) Ist mein Leben immer bzw. fast immer stressig? Und wenn ja, wer oder was ist es genau, das mich stresst? Beschreib’ hier in ein paar Sätzen, was es genau ist, das dich stresst (also nicht nur: die Kollegen im Büro, der Lärm in der Wohnung ober mir, dass der Chef/die Chefin mir immer alle wichtigen Sachen zum Bearbeiten gibt, die weite Anreise zum Arbeitsplatz usw., sondern genauer: wie oft kommt das vor, welche Sätze fallen im Gespräch, gibt es ein Triggerwort, das dich besonders reizt, was macht der/die andere genau, dass du in Stress gerätst …)

2.) Jetzt kommt die wichtigste der Fragen: wie lautet deine Denkweise über diese Situation? Warum denkst du so? Sind es vielleicht Glaubenssätze, die dich dazu treiben, diese Denkweise an den Tag zu legen? Und vor allem: stimmt das, was du denkst? Kann es sein, dass du irrst und die ganze Situation gar nicht die Aufregung und den Stress wert ist?

3.) Machst du schon etwas gegen deinen Stress? Wenn ja: was? Seit wann? Wie erfolgreich bist du damit? Und bist du konsequent mit deiner Umsetzung gegen Stress?

Tipp: erfolgreich wirst du sein, wenn du endlich ins Handeln kommst, deine Handlungen nach 1 Woche überprüfst, gegebenenfalls anpasst und dann mit der „neuen/angepassten“ Strategie weiter machst. Nach 1 Woche wieder überprüfst, was ging gut, was nicht, was kann ich verbessern, bin ich überhaupt dran geblieben … und dann mit deiner angepassten Strategie weiter machst.

Wie machst du das? Hörst du auf die Signale deines Körpers?

Hat er dich schon mal mit seinem Hinweisen vor Schlimmeren bewahrt?

Schreib mir doch unten in den Kommentaren, wie es dir mit deinem Stress so ergeht und was du wie erfolgreich dagegen machst.

Und zum Schluss: achte auf die Warnsignale deines Körpers!

Herzlich,

Robert 

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